Sibylle Hoffmann

Es ist die Seele ein Fremdes auf Erden

 

Ausstellung vom 07.12.19 bis 29.02.20

Vernissage und Weihnachtspunsch am 06.12.19 um 19h

 

Wer Fotos erwartet, die einem strengen Konzept folgen, wird in Sibylle Hoffmanns neuer Ausstellung Es ist die Seele ein Fremdes auf Erden nicht fündig. „Ich gehe vielmehr auf die Suche nach Bildern, die in ganz unterschiedlichen Kontexten, an unterschiedlichen Orten, zu verschiedenen Zeiten, entstehen, die sich plötzlich zu einer Idee zusammenfinden, um meine Gedanken und Gefühle auszudrücken“, sagt die Fotografin.

 

Es geht in ihren Fotos um immer wiederkehrende Themen wie Pflanzen, Blüten, Landschaften – „und um das Licht, kurz bevor es verschwindet“, wie sie sagt. Anders ausgedrückt: Hier gibt es etwas zu entdecken, es wird nicht einfach Wirklichkeit abgebildet, sondern bei den Betrachtern und Betrachterinnen tauchen eigene Erfahrungen auf, wenn sie vor den Bildern stehen: vage Erinnerungen, Traumbilder, Assoziationen. In dem das Sichtbare unscharf wird, gewinnt das vermeintlich Unsichtbare hinter den Bildern an Bedeutung.

 

Es ist die Seele ein Fremdes auf Erden ist ein Zitat aus dem Gedicht Frühling der Seele von Georg Trakl, entstanden zwischen 1912 und 1914. Trakls Gedichtzeile war Ausgangspunkt für die hier gezeigte Arbeit. Das Leben des österreichischen Dichters, der nur 27 Jahre alt wurde, war geprägt von der Suche nach dem Wesen und dem Sinn des Lebens. Seine Gedichte sind von einer klanglichen Schönheit – trotz der Schwermut, die in ihnen mitschwingt. „Die Seele“, sagt Sibylle Hoffmann, „scheint wie ein längst vergangener Windhauch“. Was Trakl mit Worten einfangen wollte, versucht die Fotografin mit Fotos: eine kontemplative Annäherung an den Dichter Georg Trakl.
„... Dunkler umfließen die Wasser die schönen Spiele der Fische. / Stunde der Trauer, Schweigender Anblick der Sonne; / Es ist die Seele ein Fremdes auf Erden ...“

 

Text: Martin Krauss

 

Sibylle Hoffmann begann ihre fotografische Ausbildung in den 80er Jahren an der Berliner Werkstatt für Fotografie. In der Zeit war die Werkstatt eine wegweisende Institution in Deutschland. Fotografie war damals als ernsthaftes künstlerisches Medium in Deutschland noch nicht anerkannt, anders als zum Beispiel in den USA. Die Werkstatt holte daher so angesehene amerikanische Fotografen wie Robert Frank, Larry Clark und Ralph Gibson erstmals nach Deutschland und sorgte damit für eine andere Wahrnehmung fotografischer Arbeiten. Heute ist Fotografie als eigenständiges künstlerisches Medium weltweit anerkannt.

 

Sibylle Hoffmann lebt und arbeitet als freischaffende Künstlerin in Berlin. Sie lehrt seit 1986 als Dozentin für Photographie am Photocentrum der Gilberto-Bosques-VHS in Berlin Kreuzberg. Schwerpunkt ihrer Lehrtätigkeit sind Projektkurse mit begleitender Ausstellungs- oder Buchpräsentation.

 

 

 

"It is the soul a stranger on earth"


An exhibition by Sibylle Hoffmann in the gallery "world in a room"


Anyone who expects photos that follow a strict concept will not find what they are looking for in Sibylle Hoffmann's new exhibition. “ I'm looking for images that arise in very different contexts, in different places, at different times, that suddenly come together to form an idea to express my thoughts and feelings " says the photographer.


Her photos are about recurrent themes such as plants, flowers, landscapes - "and the light just before it disappears," as she says. In other words, there is something to discover here, it is not simply portrayed in reality, but the observers and viewers own experiences emerge when they stand in front of the images: vague memories, dream images, associations. In which the visible becomes blurred, the supposedly invisible behind the pictures becomes more important.


“It is the soul a stranger on earth” is a quote from the poem “Spring of the Soul” by Georg Trakl, written between 1912 and 1914. Trakl's poem line was the starting point for the work shown here. The life of the Austrian poet, who was only 27 years old, was shaped by the search for the nature and purpose of life. His poems are of a sonic beauty - despite the melancholy that resonates in them. "The soul," says Sibylle Hoffmann, "seems like a long-gone breeze." What Trakl wanted to capture in words, the photographer tries with photos: a contemplative approach to the poet Georg Trakl.
"... Darker the waters flow around the beautiful games of the fish. / Hour of mourning, Silent sight of the sun; / It is the soul a stranger on earth ... "


Text: Martin Krauss


Sibylle Hoffmann began her photographic training in the 1980s at the Berlin photography studio. At that time the workshop was a groundbreaking institution in Germany. At that time photography was not yet recognized as a serious artistic medium in Germany, unlike, for example, in the USA. The workshop therefore brought such renowned American photographers as Robert Frank, Larry Clark and Ralph Gibson to Germany for the first time, thus creating a different perception of photographic work. Today, photography is recognized as an independent artistic medium worldwide.


Sibylle Hoffmann lives and works as a freelance artist in Berlin. She teaches since 1986 as a lecturer for photography at the Photocentrum of the Gilberto Bosques VHS in Berlin Kreuzberg. Focus of her teaching are project courses with accompanying Exhibition or book presentation.


(English text with the help of translate.google.com)